Kaninchen werden oft als pflegeleichte Haustiere abgetan. Sie brauchen kaum Platz, machen keinen Lärm und lassen sich gerne bekuscheln.
Solche und ähnliche Meinungen sitzen leider noch immer in vielen Köpfen fest.
Dabei sind Kaninchen keineswegs so anspruchslose Kuscheltiere, wie ihr Ruf vermuten lässt.
Die wichtigsten Dinge vorweg:
Artgleiche Gesellschaft
Kaninchen sind Gruppentiere, in der Natur leben sie in festen Verbänden von mindestens drei Tieren zusammen.
Kein Kaninchen darf alleine gehalten werden. Einzelhaltung ist Tierquälerei. Jedes Kaninchen braucht mindestens einen artgleichen Partner. Die Tiere kuscheln miteinander, wärmen sich, putzen sich und unternehmen die meisten Dinge gemeinsam.
Mindestens ein artgleicher Partner ist Pflicht, in einigen Ländern ist die Einzelhaltung, unter anderem von Kaninchen, bereits verboten.
Wenn man zwei Kaninchen hält, entscheidet man sich am besten für ein Weibchen und einen kastrierten Rammler. Rammler müssen immer kastriert sein, da sie zum einen unter ihrem aufgestauten Trieb leiden und zum anderen, weil sie ansonsten natürlich ständig Nachwuchs produzieren und auf gleichgeschlechtliche Konkurrenten sehr aggressiv reagieren.
Nach Möglichkeit ist der Rammler einer Frühkastration zu unterziehen. Das heißt, eine Kastration vor der Geschlechtsreife. Im Durchschnitt werden männliche Kaninchen ab der zwölften Woche zeugungsfähig. Vertreter größerer Rassen etwas später.
Wird der Rammler erst kastriert, wenn er bereits zeugungsfähig ist, muss eine Kastrationsquarantäne von vier bis sechs Wochen abgewartet werden.
So lange kann er nämlich noch Nachwuchs produzieren.
Außerdem brauchen die Hormone eine gewisse Zeit, biss sie abgebaut sind und ein frisch kastrierter Rammler ist dementsprechend aggressiver im Rangkampf.
Zwei Rammler vertragen sich nur bis zur Geschlechtsreife gut, danach fangen meist heftige Rangkämpfe an, die mit schlimmen Verletzungen und im Extremfall tödlich einhergehen. Eine Kastration schafft Abhilfe. Allerdings verstehen sich auch zwei kastrierte Rammler meist nur bedingt, die Wahrscheinlichkeit, dass es irgendwann zu Streit kommt, ist sehr hoch.
Zwei Weibchen leben selten friedlich zusammen und meist nur dann, wenn sie viel Platz zur Verfügung haben und sich von Kindesbeinen an kennen. Meist fangen auch hier mit eintretender Geschlechtsreife (Weibchen werden im Durchschnitt mit sechzehn Wochen geschlechtsreif). Oft traktiert das dominantere Tier das unterlegene, reist ihm Fell raus und fügt ihm auch oberflächliche bis tiefere Wunden zu.
Sollten sich zwei gleichgeschlechtliche Tiere nicht mehr vertragen, schafft ein Gegengeschlechtliches meist Abhilfe.
Größere Gruppen, ab drei Tieren funktionieren am besten, wenn beide Geschlechter vertreten sind.Dabei muss es nicht zwangsläufig die gleiche Anzahl an Weibchen und kastrierten Böckchen sein. Weibchen haben meist ein größeres Revierbewusstsein und man sagt ihnen nach, allgemein etwas zickiger und streitlustiger zu sein….
Eine denkbar ungünstige Kombination sind ein Kaninchen und ein Meerschweinchen. Ein Meerschweinchen oder ein anderes artfremdes Tier ist absolut kein Ersatz für ein Partnertier. Meerschweinchen und Kaninchen sprechen eine völlig andere Sprache, haben absolut verschiedene Bedürfnisse im Sozialverhalten und in der Ernährung. In ihrer Einsamkeit scheint es manchmal so,als würden sich die beiden Tiere mögen, aber dieses Verhalten entsteht eben nur durch ihrer Verzweiflung alleine zu sein.
Um sich das Zusammenleben mit einem Meerschweinchen vorzustellen…wollten Sie ihr gesamtes Leben nur mit einem Affen verbringen?
So sehr Kaninchen die Gesellschaft von Artgenossen auch benötigen, so kompliziert sind sie in der Zusammenführung mit einem neuen Tier.
Vergesellschaftung:
Sicher hat beinahe jeder schon einmal davon gehört, die Zwei sich fremden Kaninchen in zwei Käfigen aneinander zu stellen und sie sich durch Gitterstäbe beriechen zu lassen…solche Aussagen sollten ganz schnell vergessen werden. Kaninchen haben ihre eigenen Regeln.
Zwei oder mehrere sich fremde Kaninchen sollten zunächst so untergebracht werden, dass sie sich weder sehen, noch riechen, noch hören können.
Für die Zusammenführung muss ein Ort ausgewählt werden, der für alle Tiere völlig neutral ist, das heißt ein Ort, an dem keiner bisher war und an den keiner der Tiere Besitzansprüche stellt. Wenn es keinen neutralen Raum gibt, kann auch ein bereits Benutzter zu einem Neutralen gemacht werden. Alles muss vorher aber auf das gründlichste gereinigt und alle Duftmarkierungen entfernt werden. Gut neutralisieren kann man zum Beispiel mit Glasreiniger. Dieser ist preiswert, hinterlässt keine Flecken und sorgt dafür, dass sogar die für den Menschen nicht wahrnehmbaren Kinnmarkierungen verschwinden.
Am Abend vor der Vergesellschaftung sollten die Tiere nur noch Heu und Wasser zu fressen bekommen. In dem neutralen Gehege verteilt man dann viel gesundes Futter, das lenkt während der Vergesellschaftung ab. Das Gehege sollte natürlich ausreichend groß sein, damit sich die Tiere aus dem Weg gehen können. Es darf aber auch nicht zu groß sein, da so die Gefahr besteht, dass sich die Tiere einfach aus dem Weg gehen und sich die Zusammenführung unnötig lange hinzieht. Für zwei Tiere sind ungefähr vier Quadratmeter ideal. Solange die Tiere um den rang kämpfen, kann die zeit genutzt werden, das eigentliche Gehege der Langohren, komplett zu reinigen und zu neutralisieren.
Wenn sich fremde Kaninchen begegnen, kommt es beinahe unweigerlich zu Rangkämpfen.
Das liegt daran, dass Kaninchen in einem festen Hierarchieverhältnis leben, zwei gleichgestellte Tiere gibt es nicht. Die Kämpfe dienen der Festlegung der Rangordnung und sind völlig normal.
Die Tiere jagen sich heftig, reisen sich Fell heraus, treten sich mit den Hinterläufen und es kommt schon mal zu kleineren Verletzungen (häufig an den Ohren, da hier die Haut sehr dünn ist). Dies ist kein Grund die Tiere zu trennen, sondern völlig normal, meist sieht es viel schlimmer aus, als es tatsächlich ist, auch wenn die Tiere dabei sehr gestresst wirken. Wichtig ist es auch, die Tiere, wenn sie einmal zusammen sind, nicht mehr zu trennen. Auch nicht in der Nacht. So eine kurzzeitige Trennung bedeutet extremen Stress für die Kaninchen. Die Tiere sind bei der Austragung der Rang unterbrochen worden und müssen am nächsten Tag, wenn sie erneut zusammengesetzt werden, noch einmal von vorne anfangen die Rangordnung zu klären. So zeiht sich die ohnehin schon anstrengende Zusammenführung unnötig in die Länge.
Trennen sollten sie die Tiere nur, wenn es zu wirklich blutigen Verletzungen kommt. (kleinere Bisswunden oder ein Durchlöchertes Ohr zählen nicht…) Wenn man sich allerdings an alle Regeln gehalten hat, ist dies nur sehr selten der Fall. Nach Versorgung der Wunde (eventuell durch den Tierarzt) sollten die Tiere noch einmal komplett, das heißt ohne Sicht- und Geruchskontakt getrennt werden. Nach zwei Wochen (Kaninchen haben ein Kurzzeitgedächtnis und vergessen sich in dieser Zeit) kann eine wie oben beschriebene Vergesellschaftung noch einmal durchgeführt werden.
Eine Vergesellschaftung kann einige Stunden, aber auch Wochen oder gar Monate dauern. Die Kaninchen dürfen erst in das richtige Gehege gesetzt werden, wenn sie sich auf neutralem Boden verstehen. Setzt man sie dann in das geruchsneutrale alte Gehege, kann es noch einmal zu Kämpfen kommen, die aber meist weniger heftig ausfallen.
Wenn die Kaninchen dann das erste mal friedlich nebeneinander fressen, miteinander kuscheln oder sich gar putzen, weiß man, dass sich der gesamte Aufwand gelohnt hat.
Wichtig: Jungtiere unter vier Monaten dürfen nicht mit ausgewachsenen Tieren vergesellschaftet werden, da sie den ausgewachsenen Tieren körperlich nicht gewachsen sind. Außerdem haben sie eine ganz dünne haut, sodass es schon bei kleinen Bissen zu schweren Verletzungen kommen kann.
Platz, Platz und noch mal Platz
Kaninchen haben ein sehr hohes Bewegungsbedürfnis,
vergleichbar mit dem einer Katze. Eine Katze allerdings
würde man (zum Glück) niemals ein in einen Käfig stecken.
Warum tut man es dann den Kaninchen an?
Ein handelsüblicher Käfig und sei er noch so groß oder
doppelstöckig, kann niemals eine artgerechte Unterbringung
für Kaninchen sein. Auch eine stundenweise Unterbringung
ist nicht artgerecht. Pro Kaninchen müssen mindestens zwei
Quadratmeter zur Verfügung stehen und da man Kaninchen
nicht einzeln halten darf, müssen schon mindestens vier Quadratmeter den Kaninchen rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Für jedes weitere Tiere rechnet man zwei m² zusätzlich an Platz. Trotzdem benötigen die Tiere mehrere Stunden Auslauf am Tag. Hat man keine Möglichkeit zum zusätzlichen Freilauf oder hat man ein Außengehege, müssen es mindestes drei Quadratmeter pro Nase sein. Da es solche Käfige oder Ställe eben nicht zu kaufen gibt, (in einigen Ländern ist auch die Käfighaltung verboten) muss selbst etwas basteln. Zum Beispiel kann man sich Freilaufgitter oder Welpengitter besorgen und diese um den Käfig herum aufbauen. Das Gitteroberteil sollte abgenommen werden (Verletzungsgefahr bei drauf springen) und die Unterschale kann als Toilette dienen. Da nicht alle Kaninchen stubenrein sind, sollte der Boden beispielsweise durch PVC geschützt werden. Auch eine Trinkflasche gehört in kein Gehege. Die Nippeltränke zwingt das Kaninchen dazu, eine völlig unnatürliche Kopfhaltung einzunehmen. Außerdem kommt das Wasser nur Tröpfchenweise heraus, was bei großem Durst sehr unangenehm sein kann. Auch sind diese Flaschen sehr unhygienisch, da man zum säubern nicht richtig ran kommt, bilden sich Algen und es kann sich sogar Rost bilden, der zu Verletzungen führen kann.
Ein Artgerechtes Gehege sollten außerdem mehrere Möglichkeiten zum Verstecken bieten. Natürlich darf auch eine Kiste zum buddeln (mit Sand oder Laub gefüllt) und Äste zum knabbern nicht fehlen.
Kaninchen sind dämmerungsaktiv und dürfen gerade deshalb auch nicht nachts in einen Käfig oder Stall gesperrt werdend.
Bei Außenhaltung muss darauf geachtet werden, dass kein Marder, Fuchs oder andere Raubtiere rein kommen und kein Kaninchen raus kommt. Kaninchen leiben es zu buddeln, in der Natur legen sie richtige unterirdische Bauten an, unsere Hauskaninchen buddeln nicht weniger gerne, deshalb ist es unvermeidbar, das Gehege von unten durch Steinplatten oder Draht zu sichern. Der im Handel erhältliche "Kaninchendraht" ist nicht für ein Außengehege geeignet, ein Marder hat keine Probleme damit, diesen durchzubeißen. Deshalb muss mit Volierendraht gearbeitet werden. Das Minimum von sechs m² ist in Außenhaltung auch deshalb so wichtig, damit die Kaninchen sich bei eisigen Temperaturen warmhoppeln und die Körpertemperatur konstant halten können. Kaninchen kommen sehr gut mit Kälte zurecht, (viel besser als mit Hitze) es ist aber wichtig, sie rechtzeitig an die Außentemperaturen zu gewöhnen. Hierfür darf es nachts nicht mehr unter vierzehn Grad fallen.
Artgerechte Ernährung
Das Grundnahrungsmittel ist Heu. Nur Heu sorgt
Für eine geregelte Verdauung und für den nötigen
Zahnabtrieb. Heu muss immer in ausreichender
Menge und in guter Qualität zur Verfügung stehen.
Deshalb ist es wichtig, ein Heu zu finden, das die
Kaninchen auch wirklich gerne fressen. Bei Heu
Darf nicht am Geld gespart werden, oft muss man
Verschiedene Sorten ausprobieren, bis man das
Passende gefunden hat. Die Geschmäcker sind
Durchaus verschieden. Gutes Heu erkennt man
Daran, dass es viele verschiedene Kräuter enthält,
nicht staubt oder schimmelt und einen guten frischen
Geruch verströmt. Getreide gehört nicht in einen
Kaninchenmagen. Deshalb sollte auf die im Handel
üblichen Trockenfuttermischungen verzichtet werden. Getreide verklebt den Magen und kann zu gravierenden Verdauungsproblemen führen, die im schlimmsten Fall tödlich enden. Außerdem macht Getreide sehr satt, sodass Kaninchen viel weniger heu zu sich nehmen und nur Heu sorgt eben dafür, dass das Kaninchen vor Zahnspitzen an den Backenzähnen (die meist unter Narkose entfernt werden müssen) verschont bleibt. Außerdem finden Kaninchen in freier Wildbahn auch kaum Getreide. Nur in den Herbstmonaten werden kleine Mengen gefunden und dann wird es benötig, um sich einen Speckvorrat anzufressen, um über den Winter zu kommen. Dass Trockenfutter hier ganz selbstverständlich gefüttert wird, liegt daran, dass unsere Hauskaninchen von Mastkaninchen abstammen, die zur Fleischgewinnung dienten.
Wer trotzdem Trockenfutter füttern will, sollte sich für ein Getreidefreies aus gut sortierten (Online) Shops besorgen. Ab und zu darf aber ein wenig Getreide, zum Beispiel in Forum eines kleinen Maiskolben, als Leckerchen verteilt werden. Ein Kaninchen, das lange Zeit an Trockenfutter gewöhnt war, darf nicht von heute auf morgen von diesem entwöhnt werden. Die Umstellung muss langsam über einen Zeitraum von vier Wochen erfolgen. Hierbei wird das Trockenfutter täglich reduziert.
Abgesehen von Heu, sollte frisches Gemüse und ein wenig Obst auf dem täglichen Speiseplan stehen.
Hier eine kleine Auswahl:
Apfel, rote Beete, Brokkoli, Rosenkohl, Salat, Möhren mit Grün, Sellerie, Blumenkohlblätter, Chicoree, Koriander, Kohlrabiblätter, Petersilie, Birne, Pastinake, Radieschen, Spinat (in Maßen) Kohlrüne und Brunnenkresse.
Auch vom Brombeerstrauch, Himbeerstrauch, Vogelmiere, Löwenzahn, Huflattich, Hibiskus, Wegerich, Distel, Wicke, Wildbeeren und Schafgarbe dürfen die Nager etwas bekommen.
Krankheiten und Impfungen
Darmparasiten und Würmer:
Bevor ein neues Kaninchen Einzug hält, sollte der Kot des Tieres im Labor auf Darmparasiten untersucht werden. Für Jungtiere, ohnehin geschwächte oder kranke Tiere können Darmparasiten schnell tödlich enden. Bei gesunden Tieren zeigen sich Darmparasiten, wenn überhaupt, durch breiigen bis wässrigen Durchfall.
Schnupfen:
Gegen Kaninchenschnupfen gibt es mittlerweile eine Impfung, diese ist aber nicht empfehlenswert, da es viele verschiedene Schnupfenerreger gibt und durch die Impfung nur wenige Erreger abgedeckt werden. Sollte ein Tier bereits latent (ohne Symtome) mit einem oder mehreren Schnupfenerregern infiziert sein, kann eine Impfung zu schweren Schnupfenausbrüchen führen. Wenn bei einem Kaninchen der Verdacht auf Schnupfen besteht, sollte ein Antibiotigramm erstellt werden, damit der richtige Erreger und das passende Antibiotika ermittelt werden kann.
Die Sache mit dem Darm...
Der empfindlichste Punkt eines Kanichens ist mit Abstand der Darm. Viele Kaninchen sterben aufgrund von Aufgasungen, Trommelsucht, Magenüberladung, Blähungen etc. Kaninchen haben einen Stopfmagen, sie müssen ständig Futter aufnehmen (den Großteil in Form von Heu), damit der Nahrungsbrei im Darm weitergeschoben wird. Auffälligkeiten, dass etwas nicht stimmt, sind zum Beispiel Fressunlust, Apathie oder ein harter, dicker Bauch. In so einem Fall muss schnell gehandelt werden, nicht selten enden solche "Kleinigkeiten" für das Kaninchen tödlich.
Encephalitozoon cuniculi; e.c.; headtilt; Schiefhals;
Dies sind einige der Namen für eine schwere und oft tödliche Krankheit bei Kaninchen. Sollten Symptome auftreten, muss schnell gehandelt und die richtigen Medikamente verabreicht werden. Die Behandlung muss mit folgenden Medikamenten erfolgen:
1. Panacur (es tötet den Parasiten ab) (Wirkstoff: Albendazol, Fenbendazol)
2. gehirngängiges Antibiotikum (in der Regel Chloramphenicol, kein Baytril)
3. hochdosiertes Vitamin-B (Regeneration der Nervenbahnen)
4. Cortison
RHD und Myxomatose
Diese beiden Impfungen sollten für jeden Kaninchenhalter Pflicht sein: RHD ist eine tödlich verlaufende Infektionskrankheit, die Impfung muss ein mal jährlich wiederholt werden. Myxomatose wird neben dem direkt Kontakt auch durch verunreinigtes Futter und durch Stechmücken übertragen. Die Impfung muss zwei mal im Jahr vorgenommen werden.
E.J.
Wenn Sie eine Katze aufnehmen, deren Halter sie nicht feststellen können, dann könnte es sich um eine entlaufene oder ausgesetzte Katze handeln.
Täglich erhalten wir im Tierheim Anrufe von Personen mit der Angabe, ihnen sei eine Katze zugelaufen. Nach den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches ( § 965 BGB ff. ) müssen diese Tiere unverzüglich dem Fundbüro gemeldet werden. Diese Angaben können sie auch bei der Städtischen Fundtierstelle in unserem Tierheim in Freiburg machen.
Die Anwendung dieser Gesetze hat dazu geführt, dass die sogenannten "streunenden" Katzen als Fundtiere anerkannt werden. Sollten Sie sich einer herrenlosen Fundkatze annehmen und geben diese nicht bei der Städtischen Fundtierstelle im Tierheim ab, geht die Haltereigenschaft auf sie über. Auch wenn sie nur die Fütterung der Katze übernehmen. Deshalb ist auch derjenige, der vermeintlich nur füttert, dem Tierschutzgesetz verpflichtet und hat dafür zu sorgen, dass mögliche Nachkommen der Katze die vorgeschriebene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung erhalten.
In der Praxis ist eine klare Abgrenzung von Fundtieren zu herrenlosen Tieren sehr schwierig. Es ist selten erkennbar, ob der bisherige Eigentümer sein Eigentum an dem Tier aufgegeben hat oder nicht. In der Regel wird davon ausgegangen, dass es sich um ein Fundtier handelt, welches von dem Finder der zuständigen Fundtierstelle zu melden ist.
Diese umgehende Meldung einer Fundkatze erfolgt in den seltensten Fällen, meistens erhalten wir diese erst nach Wochen und Monaten. Immer wieder wird jedoch dargestellt, die Katze sei vor längerer Zeit zugelaufen und kann jetzt - aus den verschiedensten Gründen - nicht mehr gehalten werden. Sie muss nun umgehend ins Tierheim, da wir ja dafür zuständig sind. Leider hat der Anrufer vergessen, dass es sich jetzt nicht mehr um ein Fundtier handelt, sondern eine in seine Haltereigenschaft übergegangene Katze. Auch hier gilt eindeutig die Rechtsprechung: Fundsachen-Fundtiere müssen umgehend gemeldet werden.
Für uns ist ein Besitzer nach Monaten nicht mehr ausfindig zu machen. Dies ist nur möglich, wenn das Tier sofort zu uns gebracht wird, da die Verlustmeldungen auch täglich bei uns eingehen. Auch die Angabe, ich behalte das Tier bis der Besitzer sich bei Ihnen meldet, ist nicht sehr hilfreich. Da naturgemäß viele Katzen sich ähnlich sehen und auch die Beschreibungen über diese Tiere sehr global sind, ist der bisherige Halter schwer ausfindig zu machen. Auch sind Finder danach nicht immer zu erreichen und leider ist nicht jeder bereit, für sein verlorenes Tier mehrere Anstrengungen zu unternehmen.
Sollten Sie dem Tier wirklich helfen wollen, bringen sie es umgehend zu uns, nur wir haben die Möglichkeit, den Halter schnellstens zu finden. Sollte dies jedoch nicht der Fall sein und Sie Interesse an dem Tier haben, können Sie es nach der gesetzlichen Wartezeit gerne übernehmen.
Als ich vor über 5 Jahren anfing, im Tierheim zu arbeiten, war ich mir nicht sicher, ob ich Ratten überhaupt anfassen konnte. Unweigerlich hatte ich das Klischee der krankheitsübertragenden Kanalratte mit dem langen Schwanz und den blitzschnell zubeißenden, messerscharfen Zähnen in meinem Kopf... Dann wechselte ich in meinem Praktikum schließlich zu den Kleintieren. Als ich dann das erste Mal eine Ratte aus nächster Nähe sah, war es um mich geschehen. Ich war fasziniert davon, wie sie mir die Futterbrocken aus der Hand riss, sie in ihren kleinen Händchen drehte und wendete, ausgiebig von allen Seiten mit ihrer Nase überprüfte, um sie schließlich, in den Händen haltend, genüsslich zu verspeisen. Jeden Morgen, als ich den Kleintierraum betrat, kam Layla aus ihrem Häuschen gerannt und hängte sich freudig an das Käfiggitter. Schon bald durfte sie täglich auf meiner Schulter sitzen, während ich die anderen Kleintiere fütterte, und ergatterte hier und da ein Leckerchen. Und es war irgendwie auch klar, dass ich Layla übernehmen musste. Zusammen mit ihrer Kollegin Mandy zog sie vor 5 Jahren in meinen selbstgebauten Käfig ein und erreichte ein stolzes Alter von 3 Jahren. So begann damals meine Leidenschaft für Ratten.
In diesem Bericht möchte ich sowohl Rattenhalter als auch Menschen, die mit dem Gedanken spielen, sich Ratten anzuschaffen, über die artgerechte Rattenhaltung aufklären. Ich gehe dabei auf die richtige Ernährung, Lebensweise und Beschäftigung von Ratten ein.
Ernährung:
Ratten sind Allesfresser. Wichtig ist, den Ratten täglich frisches Trockenfutter und Frischfutter (Obst, Gemüse) sowie Wasser anzubieten. Hauptbestandteil ihrer Ernährung sind stärkehaltige Futterkomponenten wie zum Beispiel Samen und Körner. Jedoch sollte man darauf achten, dass sie wenig Fett zu sich nehmen (zum Beispiel Nüsse), denn es ist nachgewiesen, dass fettleibige Ratten früher an Krebs bzw. Organschäden erkranken (es empfiehlt sich, die Tiere einmal pro Woche komplett nach Umfangsvermehrungen abzutasten). Durch eine ausgewogene und vielfältige, gesunde Ernährung kann man die Lebenserwartung seiner Ratten deutlich steigern. Bei der Zusammensetzung des Trockenfutters ist darauf zu achten, dass folgende Gehalte nicht über- oder unterschritten werden:
Rohfett: 2%, Rohprotein 7-12 %, Rohfaser: 8%
Täglich sollte eine Ratte etwa 2 Teelöffel Trockenfutter zur Verfügung gestellt bekommen.
An Frischfutter kann man verschiedene Obst- und Gemüsesorten (kein Kohl!) anbieten, wie zum Beispiel Äpfel, Banane, Birnen, Wassermelonen, Weintrauben, Beeren, Salate, Löwenzahn, Salatgurken, Karotten (werden am liebsten gekocht gefressen), Paprika oder gekochte Kartoffeln.
Unentberhlich ist für Ratten auch tierisches Eiweiß. Man kann täglich ½ Teelöffel Naturjoghurt bzw. Magerquark pro Ratte verfüttern oder ab und an mageres Geflügel- oder Rindfleisch bzw. Eier abkochen (ohne Gewürze!) und in geringen Mengen verfüttern.
Als Leckerchen zwischendurch kann man trockenes, hartes Vollkornbrot, Kürbiskerne, Weizenkeime, rohe oder gekochte Nudeln/ Reis, Kolbenhirse, etc. anbieten.
Süßigkeiten und alkoholhaltige Lebensmittel sind ein absolutes Tabu!
Wissenswert ist außerdem, dass Ratten neue Nahrung, die sie nicht kennen, zunächst vorkosten, um zu testen, ob sie verträglich ist und wie sie sich auf den Organismus auswirkt. Diese Rolle übernehmen die rangniederen Tiere im Rudel.
Lebensweise:
Ratten sind Gruppentiere. Ein Mensch kann niemals einen Artgenossen ersetzen, auch wenn er sich noch so viel mit seinem Tier beschäftigt. Ratten verständigen sich hauptsäschlich mit Ultraschallsignalen, welche der Mensch nicht wahrnehmen oder aussenden kann. Sie brauchen unbedingt einen oder mehrere Artgenossen, mit dem sie sich “unterhalten” können. Oft werden einzeln gehaltene Tiere verhaltensgestört, beißen und kratzen oder nagen monoton am Käfiggitter. Einzelhaltung bei Ratten ist somit eindeutig Tierquälerei, denn man nimmt der Ratte jeglichen sozialen Kontakt.
Außerdem macht es unglaublich viel Spaß und ist sehr interessant, mehrere Ratten dabei zu beobachten, wie sie miteinander umgehen und tagtäglich ihren ausgeprägten Sozialsinn zeigen. Am besten hält man gemischte Gruppen mit kastrierten Böckchen und Weibchen, denn oft gibt es in gleichgeschlechtlichen Gruppen zu viel Unruhe und Streitigkeiten.
Ratten brauchen in ihrem Käfig unbedingt Kletter- und Versteckmöglichkeiten und eine große Grundfläche, auf der sie sich uneingeschränkt bewegen können. Einstreu und Nistmaterial (keine Hamsterwatte!) sind natürlich auch ein Muss.
Wissenswert ist außerdem, dass Ratten dämmerungs- bzw. nachtaktiv sind, d. h. sie sind eher nicht für kleine Kinder geeignet (auch weil ihnen die notwendige Feinmotorik für das Handling dieser kleinen, agilen und zerbrechlichen Tiere fehlt), sondern eher für Jugendliche oder berufstätige Erwachsene. Es sollte für den Rattenkäfig auch ein Platz ausgesucht werden, an dem die Tiere niemanden bei der Nachtruhe stören.
Bevor man sich Ratten zulegt, sollte man sich außerdem im Klaren darüber sein, dass das Durchschnittalter dieser Tiere bei nur etwa 2 Jahren liegt.
Beschäftigung:
Ratten sind bekannterweise sehr intelligente Tiere und keine Ratte ist glücklich, wenn sie den ganzen Tag ohne Beschäftigung in ihrem Käfig herumsitzt. Dann können Verhaltensstörungen bzw. Aggressionsverhalten auftreten.
Neben einem oder mehreren Artgenossen ist ein geräumiger Käfig bzw. eine Voliere mit einer großen Grundfläche erforderlich. Das Tierschutzgesetz schreibt für ein Rattenpaar eine Mindestkäfiggröße von 80×40×50 cm vor; allerdings kann ein Käfig nie groß genug sein und es gilt: Je größer der Käfig, desto zufriedener und ausgeglichener sind die Ratten. Den Käfig muss man mindestens 1x pro Woche komplett mit warmem Wasser und ohne Putzmittel säubern. Er sollte an einem zugluftgeschützten Ort stehen, da die Tiere sehr empfindlich sind und sich schnell erkälten können.
Zur Grundausstattung des Rattenheims gehören ein Fress- und Trinknapf, wobei man bei größeren Rattengruppen auch mehrere Fressnäpfe auf unterschiedlichen Etagen verteilen kann, um die Tiere zum Klettern anzuregen. Zudem sollte man möglichst staubfreie Einstreu verwenden (Ratten haben sehr empfindliche Atemwege), wie zum Beispiel Hanfeinstreu oder Strohstreupellets. Die Einstreu sollte ca. 15 cm hoch (oder höher) sein, damit die Ratten ihrem Grabebedürfnis nachkommen können. Ratten lieben es, ihre Häuschen mit Nistmaterial auszupolstern. Man sollte unbedingt auf Hamsterwatte verzichten, da diese Gliedmaßen abschnüren und bei Verzehr zum Darmverschluss und somit zum Tod der Tiere führen kann!!! Stattdessen kann man den Pelznasen staubfreies Heu, getrocknete und ungiftige Blätter oder unparfümiertes Toilettenpapier als Nistmaterial anbieten.
Als Schlaf- und Versteckmöglichkeit brauchen die Nager Holzhäuschen, die gut zu reinigen sind. Ganz wichtig ist, bei der Käfigeinrichtung auf Plastikgegestände zu verzichten, da diese beim Verzehr den Magen-Darm-Trakt verletzen können.
Als Klettermöglichkeit kann man dicke Äste im Wald sammeln und diese im Käfig mit Schnur gut befestigen. Empfehlenswert sind auch Sitzbretter, die von den Ratten- auf mehreren Etagen angebracht- als Schlaf- oder Aussichtsplatz genutzt werden. Auch im Zoofachhandel erhältliche Treppen, Holzbrücken und Leiterchen kann man im Käfig einbauen. Dabei muss man darauf achten, dass alle Gegenstände aus unbehandeltem Echtholz sind, damit die Ratten gefahrlos ihrem Nagetrieb nachgehen können. Auch Hängematten werden von den Tieren sehr gern als Schlafplatz angenommen.
Auf Laufräder sollte man verzichten, da diese viele Verletzungsgefahren mit sich bringen und außerdem zu Schädigungen der Wirbelsäule führen, da die Ratten bei der Benutzung von Laufrädern eine ungesunde Körperhaltung einnehmen.
Ein besonders großes Highlight ist für die Tiere, wenn sie Freilauf genießen dürfen. Hierzu baut man ihnen am besten auf einer Couch einen kleinen Spielplatz mit Tunnels, Decken und Höhlen auf und versteckt Leckerchen. Die Tiere sollten nur unter Aufsicht ihren Auslauf genießen, da sie gern an Kabeln knabbern oder selbstständig auf Erkundungstour gehen.
Mit “Wasserspielen” kann man vielen Tieren auch eine große Freude bereiten: Man füllt einen kippsicheren Fressnapf mit Wasser und lässt Leckerchen darauf herumschwimmen oder darin abtauchen, die die Ratten dann mit ihren Händchen im Wasser suchen, ertasten und sie herausfischen müssen.
Fazit:
Ich hoffe, dass ich mit meinem Bericht dem ein oder anderen Rattenhalter ein paar hilfreiche Tipps geben konnte.
Diejenigen, die vielleicht Ratten bei sich aufnehmen wollen, müssen sich im Klaren darüber sein, dass dies eine große Verantwortung bedeutet. Sie sollten sich vorab mit folgenden Fragen beschäftigen:
- Ratten sind wunderbare, faszinierende Tiere, aber sie produzieren auch Endprodukte- sind
immer die Zeit und das Engagement vorhanden, um den Rattenkäfig gründlich zu säubern?
- Rattenhaltung ist nicht kostengünstig. Ein neuer Käfig, das Futter, die Käfigeinrichtung und
Tierarztbesuche können schnell hohe Kosten verursachen. Hat man dafür genügend
Geld?
- Die Pelznasen sind zugluftempfindlich, können nachts recht laut werden und brauchen viel
Platz. Ist ein günstiger Käfigstandort für einen großen Käfig vorhanden?
- Die Tiere müssen auch täglich versorgt werden, wenn man in Urlaub fährt. Ist eine
Urlaubsvertretung (Bekannte, Verwandte, Tierpension,...) vorhanden?
- Hat man genügend Zeit, um sich mit den Ratten zu beschäftigen?
Kann man all diese Fragen mit “ja” beantworten, so wird man sicherlich sehr viel Spaß an seinen neuen Mitbewohnern haben.
A.G.
Gerade jetzt zu Beginn der warmen Jahreszeit finden Spaziergänger immer wieder Jungvögel, die anscheinend hilflos auf dem Boden sitzen, oder durch ihre Bettelrufe nach Futter die Aufmerksamkeit und das Mitleid der Menschen erwecken.
Hier ist nicht immer menschliche Hilfe notwendig in der Form, dass der Vogel mitgenommen werden muss. Sitzt der Jungvogel, ein sogenannter Ästling, auf der Straße, setzt man ihn behutsam in ein Gebüsch so, dass er für eine Katze nicht erreichbar ist. Bei Vögeln stellt der menschliche Geruch für die Altvögel kein Problem dar. Am besten ist es, den Ästling über längere Zeit zu beobachten, ob nicht die Eltern in der Nähe sind um ihn zu füttern. Vogeleltern sind liebevolle und aufmerksame Zeitgenossen, sie würden ihren Nachwuchs nie ohne Grund im Stich lassen. Stellt sich jedoch heraus, dass der Jungvogel verlassen worden ist, oder dass er verletzt ist, dann nehmen Sie sich seiner an.
Wichtig ist jetzt, dass er Wärme bekommt und möglichst bald zu uns gebracht wird. Wir können ihm die notwendige Hilfe geben, die er jetzt dringend benötigt. Denn wem ist es bewusst, dass ein Jungvogel von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, also den ganzen Tag, mindestens alle ein bis zwei Stunden gefüttert werden muss. Auch ein junger Spatz, der später Gräser und Körner frisst, benötigt in den ersten Lebenswochen Insekten und tierisches Eiweiß.
Junge Wildenten fressen nur im Wasser, ein Eisvogel nimmt nur lebende Fische als Nahrung auf, auch die junge Eule oder der Falke bekommt Mäuse und anderes Getier. Selbst wenn er das von Ihnen angebotene Futter annimmt, wissen sie nicht, wie es sich auf die Dauer auf sein Gefieder und seinen Knochenbau auswirkt.
Deshalb, wenn sie dem kleinen Piepmatz wirklich helfen wollen, bringen Sie ihn umgehend zu uns. Wir haben die notwendige Erfahrung, seine Überlebenschancen zu erhöhen.
Das Naturschutzgesetz untersagt auch, Jungvögel mitzunehmen, es sei denn, sie sind verletzt oder tatsächlich hilflos. Nach der Genesung sind diese umgehend wieder in die Natur zu entlassen. Dies ist auch unser vorrangiges Ziel. Wir bekommen immer wieder junge Vögel von Menschen, die sie selbst aufgepäppelt haben und die dann vereinsamt in kleinen Käfigen saßen und so an den Menschen gewöhnt sind, dass sie in der freien Natur keine Chance mehr haben.
Ganz schlimme Zeitgenossen stutzen ihnen sogar die Flügel, damit sie Ihnen nicht wegfliegen können und so als Demonstration der eigenen vermeintlichen Tierliebe herhalten müssen.
Bitte wenden Sie sich an uns, wir helfen ihnen gerne weiter!
Beide Tiere, die männlichen und die weiblichen, können sowohl kastriert als wie auch sterilisiert werden.
Kastration: Bei der Kastration werden die Keimdrüsen entfernt, das heißt beim männlichen Tier die Hoden, beim weiblichen die Eierstöcke. Durch die Entfernung der hormonproduzierenden Drüsen werden die Tiere nicht nur unfruchtbar, sie ändern auch ihr Verhalten. Kater kommen weniger in Konkurrenzkämpfe und unterlassen oder vermindern das Markieren. Vorausgesetzt, der Eingriff erfolgt früh genug, in der Regel mit etwa 7 Monaten.
Kastrierte Kätzinnen haben weniger Tumore der Milchdrüse als unkastrierte. Nach Entfernung der Gebärmutter kann hier naturgemäß auch keine Erkrankung mehr auftreten. Nach der Operation erfolgt eine hormonelle Umstellung, die Tiere brauchen weniger Futter. Wird dies bei der Fütterung berücksichtigt, nehmen diese auch nicht zu. Der immer wieder zu hörende Satz, die Tiere werden nach der Operation dick, hängt also nur von der Portion Futter ab, die sein Besitzer seinem geliebten Tier verabreicht.
Sterilisation: Bei der Sterilisation werden lediglich die Samen- bzw. die Eileiter durchtrennt und ein etwa ein Zentimeter langes Stück entfernt. Bei ordnungsgemäßer Operation unterbindet die Sterilisation die Fortpflanzungsfähigkeit genau so wie die Kastration. Das Sexualverhalten bleibt unverändert, die Risiken für Gesäugetumore und Gebärmuttererkrankungen bleiben auch nach der Sterilisation bestehen.
Alle Katzen die bei uns vermittelt werden, sind kastriert. Ist die Katze noch zu jung, erhält der neue Besitzer von uns einen Kastrationsgutschein. Kätzinnen werden in der Regel mit 8 bis 9 Monaten, Kater mit etwa 7 Monaten je nach Gesundheit und Entwicklungszustand kastriert. Beide Geschlechter sollten vor der OP mindestens 12 Stunden nicht mehr gefüttert werden.

Wohl jeder kennt die Diskussionen um die Taubenplage in Großstädten, deren Kotmassen Gebäude - leider auch viele historische- verunreinigen und auf Dauer auch zerstören. Radikale Lösungen wie z.B. vergiften, einfangen und einschläfern, kommen für Tierschützer selbstverständlich keineswegs in Frage, humane Lösungen gibt es leider nur wenige.
Die humanste und sauberste Lösung ist nach Meinung von vielen Tierfreunden das Einrichten von Taubenschlägen, Anfüttern der Tauben und den Austausch der gelegten Eier, damit keine weitere Vermehrung stattfinden kann.
Städte wie Tübingen, Pforzheim oder Esslingen am Neckar haben mit dieser Methode sehr gute Erfolge erzielt.
Auch die Stadt Freiburg hat jahrelang überlegt, wie sie die Sache in den Griff bekommen kann. Viele Möglichkeiten wurden in Erwägung gezogen und auch der Tierschutzverein Freiburg e.V. war immer darum bemüht, eine gute Lösung für die Tiere wie auch für die Stadt zu finden. Seit September 2004 wird nach jahrelangen Diskussionen nun endlich etwas für bzw. gegen die Stadttauben von Freiburg getan.
Die Stadt Freiburg hat drei schon vorhandene Taubenschläge wieder aktiviert (Historisches Kaufhaus, Rathaus und Martinstor), der Tierschutzverein Freiburg e.V. hat sich bereit erklärt, die Taubenfütterung und die Pflege der Schläge zu übernehmen.
Die Tiere werden angefüttert, d.h. sie bekommen nahrhaftes Futter in den Taubenschlägen angeboten, damit die Bereitschaft der Tiere dort zu brüten, erheblich steigt. In den Schlägen selbst wurden Nisthöhlen eingebaut, die mit Heu, Stroh, etc. ausgestattet sind. Ein- bis zweimal wöchentlich besucht eine Mitarbeiterin des Tierschutzvereines jeden Taubenschlag, entfernt den Nasskot, füllt die Futternäpfe wieder auf und entfernt die frisch gelegten Eier. Anstatt dieser bekommen die gerade brütenden Tauben Kalkeier ins Nest gelegt. Dadurch wird die Brutzeit künstlich verlängert, Nachkommen der in den Taubenschlägen brütenden Tiere gibt es also nicht und die Gesamtpopulation in der Stadt wird auf längere Sicht stark dezimiert. Auch werden kranke Tiere mit ins Tierheim genommen, damit der Festbestand an Tauben im jeweiligen Schlag gesund bleibt.
Im Jahr 2005 konnten auf diese Weise schon über 400 Eier entfernt werden, also über 400 Nachkommen weniger, die natürlich auch wieder mehrere Generationen von Nachkommen produziert hätten. Das Ansteigen der Gesamtpopulation in Freiburgs Innenstadt konnte somit schon allein im letzten Jahr um mehrere hundert Tauben verringert werden.
Allerdings muss die Bevölkerung immer wieder darauf aufmerksam gemacht werden, dass es unbedingt von Nöten und für den Erfolg der Taubenschläge absolut notwendig ist, anderweitige Taubenfütterungen zu unterlassen. Viel mehr Tiere würden die angebotenen Taubenschläge annehmen, wenn sie in der Stadt nicht so viel Futter vorfinden würden.
Unser Ziel ist es, die Taubenpopulation in Freiburg enorm zu reduzieren und das auf eine saubere und tiergerechte Art. Bitte helfen Sie mit!
Um die Kosten für die Stadt so gering wie möglich zu halten, wurde ein gemeinsames Konto eingerichtet. Gelder die dort einfließen, werden ausschließlich für die Pflege und Fütterung der Tauben und Instandhaltung der Schläge verwendet.
Taubenschlag Spendenkonto:
Empfänger: Tierschutzverein Freiburg e.V.
Vielleicht ist auch Ihnen diese Anzeige des Tierschutzverein Freiburg e.V. im "Schnapp" oder in der "Zypresse" schon einmal aufgefallen?
Leider ist dieses Thema derzeit wieder sehr aktuell:
Unerwünschter Nachwuchs des eigenen Haustieres muss eben schnell mal über eine Zeitungsannounce "verschenkt" werden, meist ohne zu wissen bzw. nachzuprüfen, wie es den Tieren in ihrem neuen Zuhause später ergeht....
Dabei könnte vielen Tieren durch einen kleinen Eingriff bei einem Tierarzt Leid erspart bleiben - nämlich durch eine Kastration.
Neben Katzen, die 2 x pro Jahr Nachwuchs haben, sind auch Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen, Degus aber auch Ratten, Mäuse und Hamster sehr "vermehrungsfreudig", wenn eine rechtzeitige Kastration versäumt wird.
Daher an dieser Stelle noch einmal der dringende Appell des Tierschutzvereins FR:
Lassen Sie Ihre Haustiere rechtzeitig unfruchtbar machen!
Weitere Infos gibt Ihnen Ihr Tierschutzverein Freiburg e.V. unter Tel.: 0761/ 84444 oder jeder Tierarzt in Ihrer Nähe. Auch finden Sie in jeder Buchhandlung ausreichend Lektüre über Ihr Heimtier!
Firmen und Institutionen, die das Tierheim mit der jährlichen Mindestspende von 520,- Euro unterstützen, können mit einer Werbetafel für sich werben. Die Kosten hierfür sind in dem Betrag enthalten.
Vorteile für die Partner
Wir würden uns freuen, wenn wir Ihr Interesse geweckt haben!
Wenn Sie einen persönlichen Gesprächstermin vereinbaren oder nur weitere Einzelheiten erfahren möchten erreichen Sie uns unter
0761 / 8 44 44.